Ungeschlagen Meister

TC Bruckmühl-Feldkirchen gewinnt auch die letzten beiden Auswärtsspiele

Bereits am Freitag in Weinheim ließ das Team die Sektkorken knallen und zog die vorgefertigten Meisterschafts-T-Shirts über. Mit 6:3 hatte man den TC 1902 Weinheim niedergerungen und mit dem gleichen Ergebnis wurde am Sonntag das Derby beim TC Großhesselohe gewonnen.

Erfolg lässt sich nicht planen. Auch wenn der TC Bruckmühl-Feldkirchen mit dem stärksten Kader und somit als hoher Favorit in die Zweitligasaison gestartet war, war die Nervosität vor und bei jedem Spiel im Umfeld der Mannschaft ständig zu spüren. Gegen den TV Reutlingen trat man am ersten Spieltag mit der bestmöglichen Mannschaft an und musste schnell feststellen, dass der TV Reutlingen in dieser Saison nicht die erwartete Rolle im Aufstiegskampf spielen würde. Stattdessen waren es die Teams aus Dresden, Uttenreuth, Pforzheim und Großhesselohe, die es auf dem Weg zur Meisterschaft in der 2. Tennis-Point Bundesliga zu schlagen galt. Und dann gab es auch noch Verletzungspech. Jan Hernych war ab dem dritten Spieltag als feste Nr. 1 im Team eingeplant, verletzte sich aber beim Rasenturnier in Newport schwer und konnte am Ende gar nicht eingesetzt werden. Damir Dzumhur war der Joker für die Spitzenposition. Der Bosnier, mittlerweile unter den Top 100 der Welt platziert, wäre eingeflogen, wenn es sein Turnierplan erlaubt und die Tabellensituation erfordert hätten. Aber auch Dzumhur musste wegen Knöchelproblemen mögliche Einsätze vorab canceln.

So standen die Vorzeichen also gar nicht so gut, als das Team letzten Donnerstagabend die Reise nach Baden-Württemberg antrat. Immerhin stieß Frederico Silva wieder zum Team. Eigentlich hatte Silva nur für zwei Einsätze fest zugesagt, aber der Portugiese genoss die tolle Stimmung im Team sichtlich und fragte aus eigenen Stücken nach weiteren Einsätzen nach. In Weinheim steuerte er dann auch voller Spielfreude zwei Punkte zum Gesamtergebnis bei. Sowohl der Sieg im Einzel gegen Miloslav Mecir – Sohn des ehemaligen gleichnamigen Weltklassespielers – als auch der im Doppel an der Seite von Julien Obry ließ das Herz von Teamkapitän Ralf Roffmann höher schlagen. Obry hatte sein Einzel noch wegen Atembeschwerden aufgeben müssen, wuchs aber dann im Doppel vor allem in den entscheidenden Situationen einmal mehr über sich hinaus. Gleiches gilt für Dino Marcan. An sich als Spezialist für die entscheidenden Doppel ins Mangfallteam geholt, war er in Weinheim einmal mehr auch im Einzel nicht zu bezwingen. Nach Obry musste im Einzel lediglich Blazej Koniusz Federn lassen. Sein Wellenbad der Gefühle über fast zweistündige Spielzeit lässt sich prima am Spielergebnis 1:6 6:0 5:10 ablesen. Dafür zeigte Koniusz an der Seite von Marcan im Doppel keine Schwäche, und so stellten die beiden den Zwischenstand von 5:2 her. Nach der überraschend glatten Zweisatzniederlage von Eitzinger/Reissig und dem Erfolg von Silva/Obry stand es am Ende 6:3.

Somit war die Meisterschaft in trockenen Tüchern. Nach der Sektdusche am Freitag wurde am Samstag das geplante Training spontan durch einige Spaßdoppel und eine kleine Meisterschaftsfeier ersetzt. Etwas angeschlagen reiste das Team in gleicher Besetzung wie am Freitag die rund 60 km in den Münchner Süden. Wieder einmal war es Julien Obry, am Samstag noch mit Fieber im Bett, der den ersten Punkt für den TCBF einholen sollte. Nico Reissig musste seine erste Saisonniederlage einstecken, die mit 1:6 und 1:6 auch noch richtig deutlich ausfiel. Unerwartet schwer tat sich parallel auch Mr. Zuverlässig an Position 6 Reiner Eitzinger gegen den gebürtigen Chiemgauer Maximilian Wimmer.

Rainer Eitzinger: Mr. Zuverlässig mit einer 7:0 Einzel-Bilanz

Aber am Ende sollte sich die Routine des Tirolers einmal mehr durchsetzen. In Runde 2 machte Koniusz mit dem mehrmaligen bayerischen Jugendmeister Hannes Wagner kurzen Prozess. Dino Marcan behielt seine weiße Weste im Einzel und darf sich im Team Mr. Match-Tiebreak nennen. Bevor dann Sportmoderator Sascha Bandermann u.a. mit dem TCBF-Sportwart Horst Nadjafi die Pause zwischen den Einzeln und Doppeln moderierte, musste sich noch Frederico Silva nach hartem Kampf Bastian Trinker geschlagen geben. Aber dennoch ging es einmal mehr mit einer beruhigenden 4:2-Führung in die Doppel. Dass dann ausgerechnet nicht das vermeintlich stärkste TCBF-Doppel Koniusz/Marcan gewann, sondern die beiden anderen Doppel Obry/Silva und Eitzinger/Reissig den Sieg sicherstellten, war am Ende nicht mehr so wichtig.

Mit 16:0 Punkten hat der TC Bruckmühl-Feldkirchen am Ende die Liga beherrscht. Nicht nur aus Großhesselohe wurden dem Team die herzlichsten Glückwünsche übermittelt und höchster Respekt vor der Leistung entgegen gebracht. Auch wenn es am Ende auf dem Papier deutlich aussieht, so war jedes Spiel ein harter Kampf, den die Mannschaft des TCBF immer als Team für sich entschieden hat. Im Verein wird man sich nun zusammensetzen und in Ruhe die Planung für die nächste Saison besprechen.

 

wp