Sieg im Spitzenspiel

Herren des TC Bruckmühl-Feldkirchen besiegen Mitfavoriten TV Reutlingen mit 7:2

Der erste Schritt ist gemacht. Mit einem überlegenen 7:2-Sieg im Spitzenspiel vor mehr als 400 Zuschauern wurden die Herren des TC Bruckmühl-Feldkirchen ihrer Favoritenrolle gerecht und legten damit den Grundstein für den Wiederaufstieg in die 1. Liga.

Es war viel spekuliert worden im Vorfeld, wie sich die beiden Topfavoriten in der 2. Liga Süd wohl präsentieren werden. Immerhin stehen beim TCBF drei Spieler aus den Top100 der aktuellen Weltrangliste auf dem Meldebogen. Tatsächlich hatten sich die Verantwortlichen sogar um die absolute Nummer 1 Victor Troicki bemüht, doch der Serbe saß bereits im Flieger nach Buenos Aires, wo er nächstes Wochenende mit Novak Djokovic gegen Argentinien im Daviscup antreten wird. Doch auch ohne ihren Top-Spieler brachten die Bruckmühler ein Team an den Start, das wohl kaum zu schlagen ist in der 2. Liga.

Doch zu Beginn gab es erst einmal einen kleinen Schock. Die Reutlinger Nr. 2 Nils Langer wurde nach einer Rückenverletzung nicht schnell genug wieder fit und musste sein Match bereits nach wenigen Ballwechseln verloren geben. Das gab der Veranstaltung natürlich einen Dämpfer, auch wenn damit bereits zwei Punkte für den TCBF sicher waren. Parallel dazu spielte sich der junge Portugiese Frederico Silva dafür sehr schnell in die Herzen der Zuschauer. Mit begeisterndem Tennis und tollem Kampfgeist besiegte er – in seinem ersten Ligaspiel außerhalb seines Heimatclubs – Florian Fallert in zwei hart umkämpften Sätzen. Kaum weniger Mühe hatte Blazej Koniusz mit dem Reutlinger Kapitän Daniel Stöhr. Koniusz durfte zwar nach der Aufgabe Langers auf den Center Court umziehen, hatte aber vor allem im ersten Satz große Probleme, seinen Kontrahenten niederzuringen.

Gilles_Muller_Reutlingen

Gilles Muller: Top-Spieler des TCBF gegen Reutlingen (aktuell ATP 44)

Dennoch stand es dann bereits 3:0, als der sympathische Luxembourger Gilles Muller – Nr. 44 der Welt – sein Einzel begann. Auch wenn Muller am Ende gegen den Niederländer Thiemo de Bakker unglücklich im Match-Tiebreak unterlag, so war er doch ein Gewinn an diesem tollen Tennis-Wochenende. Ob beim Training mit Nachwuchsspieler Florian Haslbeck, als Dirigent auf dem Bruckmühler Volksfest oder beim Interview nach dem Match machte der Luxembourger immer eine gute Figur. Als die Organisatoren am Ende des Tages die herausgeputzte Anlage aufräumten, war er sich nicht zu schade, mit Hand anzulegen. Zeitgleich zu Mullers Match hämmerten sich Nikoloz Basilashvili und der Italiener Gianluca Mager in einem solchen Tempo über den Platz, dass sich mancher Zuschauer verwundert die Augen rieb, wo jetzt gerade das Spitzeneinzel lief. Der Reutlinger zeigte sich hier etwas sicherer und gewann am Ende glatt gegen den Georgier, der letzte Woche noch die dritte Runde in Wimbledon erreicht hatte. Aber einen weiteren Neuzugang hatte der TCBF noch, und dieser erwies sich auch als Trumpf, der sofort stach. Julien Obry spielte den Italiener Simone Vagnozzi so an die Wand, dass er vor allem in zweiten Satz keine Chance hatte.

Frederico Silva Reutlingen

Frederico Silva: Spielte sich auf Anhieb in die Herzen der Zuschauer

So war die Partie eigentlich schon gelaufen, da klar war, dass der Reutlinger Langer auch im Doppel nicht mehr würde antreten können. Dennoch wurde den noch zahlreich verbliebenen Zuschauern weiter toller Tennissport geboten. Der TCBF stellte im Doppel seine beiden Top-Spieler Muller und Dzumhur ins Einser-Doppel und die nach der Papierform stärksten Doppel-Spieler Koniusz und den eigens fürs Doppel angereisten Mateusz Kowalczyk ins Dreier-Doppel. Beide Doppel gaben sich entsprechend keine Blöße und gewannen jeweils glatt in zwei Sätzen.

Beim zweiten Spieltag am Freitag ist man nun erst einmal spielfrei und kann sich gelassen die Ergebnisse der anderen Teams anschauen, bevor am Sonntag mit Wolfsberg Pforzheim der nächste starke Gegner in Bruckmühl erwartet wird. Alleine die Tatsache, dass der aktuelle deutsche Daviscup-Spieler André Begemann die Meldeliste der Pforzheimer abschließt, lässt auf eine weitere anspruchsvolle Aufgabe für die Männer des TCBF schließen.

 

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Bilder: Tom Fischer