Den Aufstieg vor Augen

Herren des TC Bruckmühl-Feldkirchen schlagen Dresden und Stuttgart      

Die Vorfreude auf das Heimspielwochenende bzw. die letzten beiden Heimspiele der Bundesligasaison war groß. Am Freitag empfing man den TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz. Am Sonntag gastierten die Spieler des TEC Waldau-Stuttgart in Bruckmühl. Mit zwei Siegen konnte man dem Ziel „Aufstieg in die 1.Tennis-Point Bundesliga“ einen großen Schritt näher kommen.

Den Grundstein für ein erfolgreiches Heimspielwochenende legte die Mannschaft um Teamchef Ralf Roffmann bereits am Freitag. Man war sich nicht sicher, mit welcher Aufstellung Dresden antreten würde. Als aber Bernhard Gleissner bei der Spielerpräsentation verkündete, dass der ehemalige Bruckmühler Dusan Lojda nicht wie bisher an Position drei, sondern an Position eins spielen würde war klar, dass sich die Dresdner wohl nicht viele Chancen auf einen Sieg ausrechnen und daher ihre beiden Spitzenspieler zuhause ließen. So traf an Position zwei Julien Obry auf den Dresdner Peter Heller. Obry, der die Fans ein ums andere Mal mit spektakulären Schlägen zum Staunen brachte, gewann souverän mit 6:2 6:3. Überzeugend war auch Nicolas Reissig in seinem Spiel an Position vier. Er besiegte seinen slowakischen Gegner Juraj Masar mit 6:4 6:4 und behielt im Einzel damit seine weiße Weste. In der dritten Partie setzte sich Rainer Eitzinger gegen Christian Haupt vom Ergebnis her deutlich mit 6:2 6:2 durch, doch er musste viele harte Ballwechsel gehen. Durch eine konzentrierte Leistung behielt er am Ende verdient die Oberhand. So hatte man nach der ersten Einzelrunde bereits einen komfortablen 3:0 Vorsprung.

Nikoloz Basilashvili

Nikoloz Basilashvili feierte gegen Dresden seinen ersten Sieg für den TCBF

In der zweiten Einzelrunde wollte v.a. Bruckmühls Nummer 1 Nikoloz Basilashvili den Fans zeigen, dass er in der Woche zuvor nicht zu Unrecht das Challenger Turnier von Scheveningen (Niederlande) gewonnen hatte. Dieser Turniersieg bescherte ihm erstmals den Sprung unter die Top 100 der Weltrangliste! Sein Gegner war kein Unbekannter. Dusan Lojda war in den vergangnen Jahren für den TCBF auf Punktejagd gegangen. Er wechselte aber vor der Saison nach Dresden. Basilashvili, der dem Teambetreuer Bernhard Gleissner in der Kabine den ersten Sieg für den TCBF versprach, hielt Wort und schlug Lojda deutlich mit 6:3 und 6:1. Im Eiltempo war an Position drei Blazej Koniusz unterwegs. Er traf auf den Dresdner Michal Schmid. Doch ehe dieser wusste was mit ihm geschieht, war das Spiel auch schon zu Ende. Nach nicht mal einer Stunde Spielzeit gewann Koniusz mit 6:0 6:1. So stand es nach fünf gespielten Einzeln 5:0 für den TCBF und der fünfte Saisonsieg war bereits unter Dach und Fach. Die Niederlage von Mateusz Kowalczyk an Position fünf fiel daher nicht allzu sehr ins Gewicht. In den noch ausstehenden Doppelpartien wollte man noch etwas für das Matchpunkteverhältnis machen. Leider konnte jedoch nur das polnische Doppel Koniusz/Kowalczyk überzeugen, sodass es am Ende „nur“ 6:3 für den TC Bruckmühl-Feldkirchen hieß.

Am spielfreien Samstag fand auf der Anlage des SV Bruckmühl für alle Sponsoren ein Training mit den Profis statt. Das dort Erlernte konnte gleich im Anschluss in einem kleinen Doppelturnier ausprobiert werden. Alle, sowohl Spieler als auch Sponsoren, hatten dabei viel Spaß. Am Abend trafen sich dann Vereinsmitglieder, Bundesligaspieler und Sponsoren beim Weinfest auf der Tennisanlage und ließen den Tag ausklingen.

 

Für die Spieler wurde es am Sonntag gleich wieder Ernst. Man empfing den Tabellenvorletzten TEC Waldau-Stuttgart zum letzten Heimspiel der Saison. Eigentlich eine klare Angelegenheit. Doch nach den ersten 45 Minuten waren auf den Gesichtern der TCBF-Verantwortlichen ein paar Sorgenfalten zu sehen. In den ersten drei Partien verlor man zweimal den ersten Satz denkbar knapp mit 6:7. An Position zwei kämpfte Blazej Koniusz gegen den Stuttgarter Yannick Maden. Koniusz, dem die langsamen Platzverhältnisse aufgrund des Regens alles andere als entgegen kamen, kämpfte um jeden Punkt. Am Ende musste er sich jedoch im Tie-Break geschlagen geben. Satz zwei war erneut lange ausgeglichen. Am Ende hieß der Sieger jedoch Maden, der sich diesen mit 7:5 sicherte. Parallel spielte Bruckmühls Nummer vier Dino Marcan. Auch hier war es eine enge Angelegenheit. Die Entscheidung in Satz eins musste ebenfalls im Tie-Break fallen. Wiederum hatte Stuttgart am Ende die Nase vorn. Mit 7:3 setzte sich Sebastian Sachs durch. Im zweiten Satz legte Marcan allerding los wie die Feuerwehr. Innerhalb von kurzer Zeit spielte er sich einen 5:0 Vorsprung heraus. Kurze Zeit später verwandelte er den Satzball zum 6:1. Es ging also in den Match-Tiebreak. Und dieser war nichts für schwache Nerven. Es war ein ständiges Hin und Her. Matchbälle auf beiden Seiten, doch am Ende konnte sich Marcan mit 14:12 durchsetzen! Im dritten Einzel der ersten Runde traf der für den TCBF aufschlagende Rainer Eitzinger auf Stuttgarts Blaz Seric (CRO). Eitzinger, der die Gegner mit seinen Topspinschlägen regelmäßig zur Verzweiflung bringt, konnte sie an diesem Tag nur bedingt einsetzen. Der nasse Sandplatz nahm seinen Schlägen die Geschwindigkeit. Doch Eitzinger kämpfte sich in den Tie-Break. Somit stand im dritten Einzel der dritte Tie-Break an. Dieses Mal jedoch mit dem besseren Ende für den TCBF. Weil die Nummer eins des TCBF, Julien Obry, sich auf sein Einzel vorbereiten musste übernahm der Mannschaftsführer der Herren II, David Bergbauer, das Coaching und die Betreuung von Eitzinger in Satz Nummer zwei. Auch dieser war eng. Eitzinger lag 3:4 hinten, als er beim Seitenwechsel zu Bergbauer sagte, dass sie gemeinsam von 12 abwärts zählen. Jene zwölf Punkte benötigte er noch für den Matchgewinn. Angefeuert von den zahlreichen Zuschauern legte Eitzinger noch einen Gang zu und drehte den Satz. Am Ende hieß es 6:4 und 2:1 für den TCBF nach den ersten drei gespielten Einzeln.

Die Geschichte der ausstehenden drei Einzel ist schnell erzählt. TCBFs Nummer eins Julien Obry erwischte erneut einen Sahnetag. Er verzauberte die Zuschauer mit spektakulären Schlägen und ließ seinem italienischen Gegner Andreas Molteni nicht den Hauch einer Chance. Am Ende hieß es für den stets gut gelaunten Spaßvogel des Teams 6:1 6:3. Knapper ging es bei Nicolas Reissig zu. Er spielte gegen Stuttgarts Moritz Dettinger. Der bisher ungeschlagene Reissig verlor allerdings Durchgang eins mit 4:6. Doch dieser Satzverlust war anscheinend der benötigte Weckruf. Von da an lief es wie am Schnürchen. Erst holte sich Reissig Durchgang zwei mit 6:1 und auch im anschließenden Match-Tiebreak ließ er Dettinger mit 10:3 keine Chance. Wichtig war somit noch das letzte Einzel von Mateusz Kowalczyk. Mit einem Sieg stand man bereits vor den Doppelpartien als Sieger fest. Kowalczyk brachte seinen Gegner Dominique Maden mit krachenden Aufschlägen und gutem Serve and Volley Spiel zur Verzweiflung. Entnervt fügte sich Maden seinem Schicksal. Kowalczyk setzte sich souverän mit 6:4 6:2 durch und führte somit den TCBF zum Sieg über Stuttgart.

Vor den nun anstehenden Doppelspielen wurde den Zuschauern ein Showmatch der besonderen Art geboten. Der 18-fache Deutsche Meister im Rollstuhltennis Peter Seidl traf auf den Süddeutschen Mannschaftsmeister der Herren 30 und Bruckmühler Urgestein Hannes Fischhaber. Beide hatten viel Spaß bei der halbstündigen Einlage. Der TCBF unterstützt Peter Seidl in den kommenden beiden Jahren auf seinem weiteren Weg. Nach dieser Einlage wollte man es in den Doppeln besser machen als vor zwei Tagen. Beim größten Verfolger, dem TC Großhesselohe, stand es nach den Einzeln 3:3. Daher sollte die Matchpunktebilanz aufgebessert werden und man ging bei allen drei Doppeln auf Sieg. Am schnellsten setzten sich im Zweier-Doppel Koniusz/Kowalczyk gegen die Stuttgarter Y. Maden/Dettinger durch. Beim Stand von 6:1 3:2 musste das Duo aus Stuttgart verletzungsbedingt aufgeben. Somit stand es 6:1 für den TCBF. Leider war im Spitzendoppel für die beiden TCBFler Obry/Marcan gegen Molteni/Sachs nichts zu holen. Die Gäste harmonierten sehr gut und setzten sich mit 6:4 6:2 durch. Zeitgleich erreichte den TCBF die Nachricht, dass Großhesselohe gegen Wolfsberg-Pforzheim nun mit 3:5 zurücklag und somit die zweite Saisonniederlage hinnehmen musste. Jetzt lag es an den beiden Österreichern Reissig/Eitzinger einen erfolgreichen Schlusspunkt zu setzen. Nachdem die beiden Satz eins mit 6:3 für sich entscheiden konnten, gaben sie Satz zwei mit 4:6 ab. Doch im Match-Tiebreak legten sie wieder eine Schippe drauf und holte sich diesen mit 10:5.

So hieß am Ende 7:2 für den TCBF! Ein wichtiger Sieg, da man durch die zweite Niederlage von Großhesselohe nun souverän die Tabelle in der 2.Tennis-Point-Bundesliga Süd anführt. Somit kann man bereits am kommenden Freitag im Auswärtsspiel beim TC Weinheim 1902 den Aufstieg in die 1.Tennis-Point-Bundesliga klar machen!

 

db